Der Hauptkostentreiber im internationalen E-Commerce ist der Versand. Grund genug, als Onlinehändler, der grenzüberschreitend skalieren möchte, genauer hinzuschauen und Strategien zur Senkung der Versandkosten zu evaluieren. Asendia unterstützt dich dabei!
Wie gelingt es dir, deine internationalen Kunden so günstig wie möglich zu beliefern, ohne dabei Zugeständnisse in Sachen Qualität, Schnelligkeit oder Flexibilität machen zu müssen? Wie sieht eine effektive Kostenkontrolle aus? Diese Fragen stellt sich wohl jeder international agierende Onlinehändler.
In diesem Asendia Insights Blogbeitrag gehen wir auf 10 Strategien ein, mit denen du deine Versandkosten im internationalen Versand senken kannst.
1. Rechne sorgfältig
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer: Berechne deine Kosten äußerst genau und bestimme dann, welche Versandkosten du deinen Kunden für den internationalen Versand in Rechnung stellst. Ein kostenloser internationaler Versand lockt natürlich Kunden an, du musst ihn dir aber auch leisten können. Denn neben den reinen Versandkosten, die dir dein Versandpartner berechnet, können international noch weitere Gebühren und Kosten anfallen, darunter beispielsweise Zölle, Steuern, Provisionen für Marktplätze und Payment Provider oder Verpackungsgebühren. Das könntest du alles in den Produktpreis integrieren, ist aber je nach Konkurrenz und Marktlage nicht unbedingt die beste Idee. Also doch Versandkosten – aber wie hoch? Rechne sorgfältig und sei deinen Kunden gegenüber transparent, was die Versandkosten angeht.
2. Konsolidiere deine Sendungen
Fasse, wenn möglich, mehrere kleine Sendungen zu einer großen zusammen – das ist effizienter und reduziert die Raumnutzung und die Anzahl der nötigen Ladungen im Transportmittel, das deine Sendungen letztendlich über die Grenze bringt. Das lohnt sich natürlich erst, sobald du eine signifikante Anzahl an Kunden in der Zielregion hast, kann dir aber erhebliche Einsparungen bei den Transportkosten bringen.
3. Ein zentraler Versandpartner für alles
Viele Versandpartner bedeuten auch viele unterschiedliche Konditionen, Ansprechpartner und Besonderheiten, mit denen du dich auseinandersetzen musst. Jedes Land, in das du versenden möchtest, verfügt schließlich über eine eigene logistische Infrastruktur und lokale Versanddienstleister. Dich mit jedem einzelnen auseinandersetzen zu müssen, würde dir wertvolle Ressourcen rauben, die du an anderer Stelle besser einsetzen kannst – und normalerweise erhältst du als einzelner Onlinehändler auch nicht die besten Konditionen in jedem Markt.
Eine gute Strategie, um deine Versandkosten zu senken und dich mehr auf dein Kerngeschäft konzentrieren zu können, ist die Zusammenarbeit mit einem zentralen Versandpartner, der sich für dich um alles kümmert, die Dienstleister in den verschiedenen Märkten koordiniert und für dich die besten Konditionen herausholt.
4. Lokale Zustellnetzwerke
Lokale Zusteller bieten dir gleich mehrere Vorteile: Zum einen verfügen sie meist über ein dichtes logistisches Netz, was dafür sorgt, dass deine Sendungen schnell beim Kunden ankommen. Zum anderen bieten sie deinen Shoppern ein Stück Vertrautheit: Wenn der bekannte Paketzusteller oder Postbote klingelt, mit dem sich der Kunden womöglich auch schon einmal unterhalten hat, ist der erste Eindruck gleich ein anderer, als wenn irgendjemand dein Paket vorbeibringt – und dieser erste Eindruck, noch bevor der Kunde das Paket aufmacht, ist gar nicht so unwichtig. Gib deinen Kunden also ein gutes Gefühl, indem du lokale Zustellnetzwerke nutzt.
Warum du damit auch Versandkosten senken kannst? Ganz einfach: Wer ein dichtes Netzwerk hat und logistisch gut aufgestellt ist, kann dir auch bessere Konditionen bieten als jemand, der das gewünschte Gebiet nur sporadisch bedient.
5. Automatisierung von Zoll & Prozessen
Nutze die papierlose Zollabfertigung, um Druck- und Papierkosten zu sparen und die Zollabwicklung schneller und reibungsloser zu gestalten; elektronisch ausgefüllte Dokumente wie die Handelsrechnung oder die Zollinhaltserklärung werden zwar nicht in jedem Zielland akzeptiert (analog stirbt eben nicht so schnell aus), aber machen dir das Leben in der Regel leichter.
Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Automatisierung gibt es natürlich auch bei der Auftragsbearbeitung, deinem Lager und dem Fulfillment. Überall dort, wo du einen Arbeitsschritt ohne Qualitätsverlust automatisieren kannst, kannst du Zeit und Geld sparen.
6. Retouren
Retouren sind ein geradezu berüchtigter Kostenfaktor im E-Commerce – und damit aber auch ein Hebel für mögliche Einsparungen. Dazu gehören etwa:
- Automatisierung von Retourenprozessen
- Minimierung von Retourengründen
- Verbesserung der eigenen Kommunikation
- Nutzung von Retourenportalen
Eine Automatisierung bietet sich beispielsweise bei der Überprüfung, Rücksendung an den Händler oder auch der Rückerstattung an den Kunden an; darüber hinaus könntest du deinen Sendungen automatisch Retourenlabels beilegen, um dir und den Kunden unnötige Arbeit zu ersparen. Alternativ setzt du auf Retourenportale, die dir und deinen Shoppern eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, Retouren abzuwickeln und alle dazu nötigen Schritte einzuleiten.
Außerdem solltest du dich ausführlich mit den möglichen Gründen für Rücksendungen auseinandersetzen (mangelnde Qualität, verspätete Zustellung, Produkt beschädigt, Artikel anders als beschrieben?) – so kannst du die Ursachen für Retouren proaktiv bekämpfen und schon allein dadurch Kosten sparen, dass du deinen Kunden weniger Gründe dafür gibst, die bestellte Ware zurückzusenden. Ebenfalls wichtig: Transparenz und die Platzierung der Rückgaberichtlinien in deinem Webshop.
7. Finde die richtige Balance
Hier geht es um die Frage, ab wann du kostenlosen Versand und/oder kostenlose Retouren anbieten solltest, welches Servicelevel du beim Versand anbieten möchtest (Sendungsverfolgung, mehrere Zustellversuche, Tempo) und wo du die goldene Mitte zwischen Versandkosten und Kundenzufriedenheit findest. Mache dir für jeden Markt eigene Gedanken: Womöglich legen die Kunden in dem einen Land gar keinen allzu großen Wert auf eine schnelle Zustellung, wollen dafür aber ein lückenloses Tracking. In Land B wiederum muss es schnell gehen, dafür sind die Kunden aber im Durchschnitt eher dazu bereit, mehr für den Versand zu bezahlen.
Diese Balance zu finden, zahlt sich für dich nicht nur bei der Kundenzufriedenheit aus, sondern auch bei deinen eigenen Kosten.
8. Optimiere die Verpackung deiner Sendungen
Mit der richtigen Verpackung kannst du das Gewicht deiner Pakete reduzieren, die Größe möglichst gering halten und so ganz nebenbei noch etwas für die Umwelt tun, indem du nachhaltige Verpackungsmaterialien verwendest. Dadurch kannst du deine Versandkosten international erheblich senken, schließlich machen Größe und Gewicht der Pakete bei der Preiskalkulation einiges aus.
Mit der Verpackung kannst du übrigens auch auf andere Weise die Kundenzufriedenheit positiv beeinflussen: Wie das geht, erfährst du im Asendia Insights Blog Welchen Einfluss haben Verpackungsdesigns auf die Kundenzufriedenheit im E-Commerce?.
9. Spare beim Füllmaterial
Auch beim Füllmaterial solltest du nicht zu verschwenderisch sein, wenn du Kosten sparen willst – zudem dürfte es bei umweltbewussten Kunden nicht gerade gut ankommen, wenn sie den bestellten Artikel erst aus Unmengen von Füllmaterialien herausschälen müssen. Natürlich solltest du darauf achten, dass deine Ware sicher verpackt ist, damit sie unversehrt beim Kunden ankommt. Aber das geht meist auch ohne viel Füllmaterial – der Trick ist ganz einfach, intelligenter zu verpacken.
10. Achte auf die korrekte Adressierung
Andere Länder, andere Sitten – und möglicherweise auch andere Schreibweisen der Versandadresse, als du es aus Deutschland gewohnt bist. In Frankreich wird die Hausnummer beispielsweise vor den Straßennamen gesetzt. Es mag nur eine Kleinigkeit sein, kann dich aber vor unnötigen Kosten und Verzögerungen bewahren: Setze dich rechtzeitig mit der richtigen Adressierung von Paketen im Zielland auseinander. So stellst du sicher, dass deine Pakete zügig ankommen und punktest darüber hinaus bei deinen Kunden, bei denen die korrekte Schreibweise für Vertrauen und Bindung sorgen kann – denn wenn du dir als ausländischer Händler schon die Mühe machst, dich mit den Eigenheiten der Zielregion auseinanderzusetzen, dann ist doch auch sonst auf dich Verlass.

