So starten Sie in 2023 mit Ihrem Fashion-Onlineshop durch

12 Januar, 2023
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Mode ist nach wie vor eine der umsatzstärksten Branchen im E-Commerce – Gründer, die eine eigene Nische finden, können mit ihrem Modelabel online durchstarten.

Wer sich eine eigene Markenidentität verpasst und es schafft, sich von der großen Konkurrenz abzugrenzen, kann in 2023 auch in der umkämpften Modebranche erfolgreich sein. Was es dazu braucht, ist ein klarer Plan, viel Kreativität und ein Gespür für Trends und Entwicklungen – und natürlich ein funktionierender Onlineshop.

Wie Sie in 2023 mit Ihrem Fashion-Onlineshop durchstarten, erfahren Sie in diesem Asendia Insights Blogbeitrag.

 

Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen?

Als Gründer in der Fashionbranche benötigen Sie zunächst einmal keine besondere Ausbildung oder einen speziellen Abschluss. Allerdings sollten Sie über Branchenkenntnisse verfügen sowie einige unternehmerische Fähigkeiten mitbringen, damit Ihr Onlineshop erfolgreich wird – oder aber Sie stellen entsprechende Fachleute ein, deren Fähigkeiten die Ihren ergänzen. Da Personal allerdings teuer ist und Sie gerade am Anfang vieles selbst erledigen müssen, ist es von Vorteil, zumindest einige Vorkenntnisse zu besitzen.

Neben unternehmerischen Fähigkeiten wie einem Gespür für Zahlen, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit sind natürlich auch spezifische Branchenkenntnisse, Kreativität sowie eine generelle Vorliebe für Stil, Mode und Design hilfreich – Sie agieren schließlich nicht nur als reiner Geschäftsführer, sondern müssen auch stets am Puls der Zeit sein, Ihre Zielgruppe genauestens kennen und Geschäftsabläufe in der Modebranche zumindest so gut verstehen, dass Sie jederzeit den Überblick behalten.

Gerade am Anfang ist es nicht einfach zu entscheiden, welche Tätigkeiten Sie selbst ausführen und was Sie lieber einem Experten anvertrauen. Fachleute kosten Geld, das Sie von vornherein einplanen müssen – sei es für Marketing, das Design des Onlineshops oder für den Vertrieb. Das hat allerdings den Vorteil, dass Sie eine zukunftsträchtige Lösung erhalten, die nicht einfach nur notdürftig zusammengeschustert wurde, weil das Geld gerade knapp war. Wollen Sie eine Marke aufbauen, sollten Sie dies von Anfang an möglichst professionell angehen.

 

Ihr Geschäftsmodell

Als angehender Onlinehändler können Sie Ihr Modegeschäft auf unterschiedliche Arten aufziehen. Jedes Geschäftsmodell hat anderer Vor- und Nachteile – je nachdem, wie risikofreudig Sie sind, welche Margen Sie erwarten oder wie viel Kontrolle Sie über das Fulfillment Ihrer Ware ausüben möchten.

Print on Demand / Eigenes Label
Diese beiden Modelle funktionieren ähnlich: Hier werden die beworbenen Designs auf “leere” Kleidungsstücke gedruckt und an die Kunden verkauft. Bei PoD passiert das erst, wenn eine Bestellung eingeht – entsprechend klein sind die Stückzahlen und damit auch Ihre Marge. Mit einem eigenen Label können Sie die Kleidungsstücke in größeren Mengen einkaufen und anschließend mit Ihrem Label bedrucken. Damit erzielen Sie bessere Preise, benötigen aber auch ein eigenes Lager. Das eigene Label gehört zu den beliebtesten Geschäftsmodellen für Gründer in der Modebranche, da es den Aufbau einer individuellen Markenidentität erlaubt, ohne den Aufwand einer eigenen Produktion zu haben.

Eigene Produktion
Das Geschäftsmodell für Fortgeschrittene. Verkaufen Sie wirklich einzigartige Stücke, die Sie selbst produzieren oder herstellen lassen – unterschätzen Sie jedoch nicht den Aufwand, der damit einhergeht. Sie müssen Rohstoffe und Materialien einkaufen, deren Nachhaltigkeit und Sozialverantwortlichkeit im Zweifel transparent darlegen können sowie die gesamte Produktion managen. Dafür können Sie sich kreativ austoben und Ihre eigenen Designs auf den Markt bringen.

Dropshipping
Die kostengünstigste Alternative für Gründer; Sie benötigen kein eigenes Lager, sondern verkaufen im Grunde Artikel, die dann von einem Großhändler an den Kunden geschickt werden. Beim Dropshipping kümmern Sie sich um Shop und Marketing, ohne die verkauften Produkte selbst zu Gesicht zu bekommen. Der Vorteil: Es ist relativ günstig und ohne viel Aufwand umzusetzen. Nachteilig wirken sich die geringen Margen (Sie sind im Grunde nur ein Zwischenhändler) sowie die mangelnde Kontrolle über den Versand und die Kundenzufriedenheit aus. Zudem entwickeln Sie mit Dropshipping keine wirkliche Marke, da die verkaufte Kleidung auch bei anderen Händlern zu haben ist.

 

Geschäftsidee & Businessplan

Falls Sie nicht genug Eigenkapital aufbringen, werden Sie sich Kapitalgeber für Ihren Fashionshop suchen müssen – und dafür benötigen Sie einen Businessplan. Fangen Sie zunächst mit der Definition Ihrer Geschäftsidee an und erstellen Sie daraus anschließend Ihren Businessplan.

Die Geschäftsidee bzw. Ihr Geschäftsmodell skizziert unter anderem

  • den Markt
  • mögliche Konkurrenten
  • Ihre Produkte und deren Alleinstellungsmerkmal
  • das Markenimage, das Sie vermitteln möchten
  • Logo, Design und Farbgebung Ihrer künftigen Corporate Identity
  • Marketingmaßnahmen
  • Vertrieb und Fulfillment
  • Kosten für Produktion, Ausrüstung, Werbung, Logistik
  • den Endpreis pro Produkt und Ihre Marge
  • Organisation/Rechtsform Ihres Unternehmens

Gerade in der Fashionbranche ist es allerdings wichtig, eine Nische zu besetzen, da die Konkurrenz sonst riesig ist. Sie müssen also ein Konzept erarbeiten, mit dem Sie auf dem umkämpften Markt bestehen können.

Für potentielle Geldgeber sollten Sie nun aus Ihrer Geschäftsidee einen detaillierten Businessplan erstellen, der Angebot, Zielgruppe, Produktion und Umsatzerzielung skizziert und dabei auch Risiken, Chancen, Stärken und Schwächen des Plans analysiert:

  • Was biete ich an?
  • An wen möchte ich verkaufen und worin besteht für die Zielgruppe der Nutzen?
  • Wie und wo generiere ich Umsatz? Auf welchen Plattformen verkaufe ich?
  • Wo lasse ich produzieren? Wo kommen die Rohstoffe her?
  • Wie hoch ist mein Finanzbedarf?
  • Wie lautet Plan B im Falle eines Problems?

Im Internet finden Sie zahlreiche Tipps dazu, wie genau ein Businessplan strukturiert sein sollte und was auf keinen Fall darin fehlen darf – beispielsweise auf dem Existenzgründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK.

 

Die Unternehmensgründung

Bei der Gründung Ihres eigenen Modelabels müssen Sie verschiedene Dinge beachten:

  • Die Wahl der Rechtsform
  • Gewerbeanmeldung
  • Eintragung ins Handelsregister (nur für Kapitalgesellschaften)
  • Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG ETEM)
  • Optional: Mitgliedschaft in einem Berufsverband

Bei der Rechtsform ist zunächst entscheidend, ob Sie als Einzelunternehmer oder als Kapitalgesellschaft starten möchten – erstere haften im Zweifel auch mit ihrem Privatvermögen, während die Haftung bei Kapitalgesellschaften beschränkt ist. Haben Sie einen oder mehrere Mitstreiter, ist anfangs auch eine GbR denkbar; hier haften allerdings alle Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen. Im Gesellschaftsvertrag können aber abweichende Regelungen vereinbart werden.

Eine GmbH ist dank Haftungsbeschränkung eine beliebte Alternative für Gründer, verlangt jedoch ein Stammkapital von 25.000 €. Wer die nicht aufbringen kann, sollte über die kleine Schwester der GmbH, die UG, als Rechtsform nachdenken (nur 1 € Stammkapital nötig).

Nachdem Sie alle wichtigen Formalitäten erledigt haben, sollten Sie zudem ins Auge fassen, Ihren Firmen- oder Markennamen zu schützen. Auch eigene Designs lassen sich als eingetragenes Design anmelden.

 

Bauen Sie eine Markenidentität auf

Woran erkennen Ihre zukünftigen Kunden Ihre Marke? Was macht sie einzigartig und womit hebt sich Ihre Mode von der Konkurrenz ab? Versuchen Sie, sich eine eigene Nische zu schaffen und bieten Sie Ihrer Zielgruppe einen entscheidenden Mehrwert – wie etwa die Verwendung von recycelten Materialien, fair gehandelte Rohstoffe oder die Unterstützung ökologischer und sozialer Initiativen mit jedem Kauf, den Ihre Kunden tätigen. Setzen Sie mit Ihrer Mode ein Statement, das zum Statement Ihrer Käufer wird – denn die tragen die Kleidung letzten Endes und werden dadurch zu Ihren Markenbotschaftern.

Achten Sie außerdem auf Details, die die Markenidentität stärken: Designen Sie ein Logo, das sich auf der Mode, Etiketten und der Verpackung wiederfindet. Branden Sie Ihre Versandkartons und legen Sie jeder Sendung kleine Dankeskarten mit Ihrem Logo bei. Machen Sie bereits das Auspacken der Kleidung zum Erlebnis – in Zeiten von Unpacking-Videos trägt nicht allein das Produkt, sondern das Gesamterlebnis zur Markenbildung bei.

 

Ihr Onlineshop

Als neues Modelabel ist es anfangs sicher einfacher, auf bekannten Plattformen zu verkaufen und erst nach und nach einen eigenen Shop unter eigener Domain aufzubauen. Langfristig wollen Sie jedoch Ihren eigenen Webshop betreiben und diesen nach Ihrem Gusto gestalten. Dabei kommt es besonders auf zwei Dinge an: Gestaltung und Benutzerfreundlichkeit. Einerseits sollte Ihre Zielgruppe bereits durch das Design angesprochen werden und sich sofort auf Ihrer Website wohlfühlen; zum anderen müssen Navigation und Bedienung einfach und transparent funktionieren – Sie wollen Ihren Shoppern den Weg zum Checkout schließlich möglichst leicht machen.

Hierbei ist natürlich zu beachten, dass Sie ein funktionierendes Shopsystem benötigen, das wichtige Payment Provider integriert und Schnittstellen für weitere Systeme wie die Lagerverwaltung bereitstellt. Glücklicherweise können Sie solche Systeme extern einkaufen und müssen sie nicht erst eigens programmieren lassen.

Farbgebung und Design Ihrer Corporate Identity haben Sie bereits in Ihrem Geschäftsplan festgelegt; wodurch sich Ihre Zielgruppe am ehesten angesprochen fühlt, hängt natürlich von der Mode ab, die Sie verkaufen. Das Design eines Fashionshops für orientalische oder fernöstliche Kleidung dürfte deutlich bunter ausfallen als minimalistischer Chic aus Skandinavien. Wichtig ist jedoch: Gestalten Sie Ihren Webshop einheitlich und orientieren Sie sich stilistisch immer an Ihrer Marke – Sie wollen letztendlich einen Wiedererkennungswert schaffen. Das erreichen Sie nur, wenn Sie Ihren Shop konsequent darauf ausrichten.

Besonders wichtig in der Modebranche sind außerdem die Produktinformationen: Da die Retourenquote im Fashionbereich höher ausfällt als in jeder anderen E-Commerce-Branche, sollten Sie Ihren Kunden möglichst detaillierte Informationen zu Ihren Kleidungsstücken geben, um Rücksendungen so gut wie möglich zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Hochauflösende, zoombare Produktfotos (gut ausgeleuchtet, am besten vom Fotografen gemacht)
  • Größentabellen
  • Schnittmuster
  • Material
  • Farbe
  • Pflegehinweise
  • Kundenbewertungen

Denken Sie auch daran, wichtige Informationen zu Rücksendungen, Zahlungsmodalitäten, Versand und Kundenservice gut sichtbar zu platzieren; dadurch erleichtern Sie Ihren Kunden das Shoppingerlebnis und präsentieren sich gleichzeitig als transparent und offen.

In Ihren Onlineshop gehören zudem notwendige juristische Informationen wie Impressum, AGB, Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie. Arbeiten Sie am besten mit einem Fachmann zusammen, um diese Dinge rechtlich einwandfrei bereitzustellen.

 

Welche Marketingmaßnahmen sollten Sie ergreifen?

Als Modelabel gilt es, sich zu präsentieren – und zwar an dem Ort, an dem sich Ihre potenziellen Kunden aufhalten. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten besonders an, um neue Kunden zu gewinnen und auf Ihre Marke aufmerksam zu machen: Social-Media-Kampagnen und Influencer wie beispielsweise Fashion-Blogger. Neben Instagram und Facebook ist hier vor allem Pinterest interessant, da es aufgrund seiner visuellen Natur perfekt dafür geeignet ist, Kollektionen oder einzelne Modestücke zu präsentieren. Instagram bietet wiederum die Möglichkeit, Sponsored Posts direkt zum Shop zu verlinken – interessierte Kunden landen so direkt bei Ihrem Angebot.

Ebenso wichtig sind Influencer wie Fashion-Blogger und Instagram-Stars: Die hauchen Ihren Modestücken Leben ein, indem sie sie ihren Viewern vorführen und lebendig präsentieren. Die Kooperation mit sogenannten Micro Influencern könnte sich lohnen: Die haben zwar oft nicht viele Follower, sind aber auf ein spezielles Thema spezialisiert und meist mit Begeisterung dabei, weil sie selbst eher Fans als Geschäftsleute sind.

 

Fulfillment, Versand & Retouren

Die ersten paar Pakete werden Sie noch selbst verpacken und abschicken können – doch ab einem gewissen Volumen sind Zeitaufwand und Kosten von Ihnen nicht mehr effizient zu tragen. Sie benötigen daher einen Versandpartner, der den (internationalen) Versand für Sie übernimmt. Dieser sollte in der heutigen Zeit möglichst nachhaltig sein und einen grünen Versand anbieten – denn einerseits erwarten immer mehr Kunden nachhaltige Lösungen, andererseits zeugt es von verantwortlichem Handeln und stärkt somit Ihre Marke. Denken Sie daran, dass Ihr Versandpartner quasi Ihr Markenbotschafter ist, der dem Kunden das lang ersehnte Produkt übergibt. Es ist also entscheidend, wie die Ware ankommt und wie sie verpackt ist. Ein umweltfreundlicher Versandkarton, recyclebares Verpackungsmaterial, Retourenschein nur digital, vielleicht eine persönliche Grußkarte mit Dankeschön – all das ist Teil Ihrer Markenidentität und trägt dazu bei, dass Ihre Kunden eine Bindung zu Ihrem Unternehmen aufbauen.

Ein großer Faktor in der Modebranche sind außerdem Retouren: Nirgends ist die Rücksendequote so hoch wie hier. Sie werden Retouren trotz bester Produktbeschreibungen nicht vermeiden können, also benötigen Sie ein gutes Konzept und einen zuverlässigen Versandpartner, der sich um alles kümmert – so auch um internationale Retouren, wie es Asendia mit e-PAQ Returns macht. Übrigens: Wie Sie Retouren möglichst nachhaltig gestalten können, erfahren Sie im Asendia Insights Blogbeitrag Nachhaltiges Retourenmanagement.

 

Fazit

Ein Onlineshop ist für junge Modelabels der perfekte Weg, um in der Fashionbranche Fuß zu fassen – wenn sie ein Gespür für Trends besitzen, ihre Zielgruppe genau kennen und sich die nötige Expertise mit ins Boot holen. Denn sowohl die Gründung als auch Marketing, Website oder Vertrieb erfordern Branchenkenntnisse bzw. zuverlässige Partner, die ihr umfassendes Know-How einbringen können.

Wollen Sie in 2023 mit Ihrem Fashion-Onlineshop durchstarten, sollten Sie also auf ein stabiles Fundament setzen, auf dem Sie Ihr Label aufbauen. Mit Kreativität, Durchhaltevermögen und einem Ohr am Puls der Zeit können Sie Ihre eigene Nische besetzen und Ihre Modemarke erfolgreich aufbauen.

 

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