Food & Supplements online verkaufen: Darauf kommt es bei Versand & Verzollung an

06 August, 2026

Der Onlinemarkt für Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel wächst stetig, immer mehr Kunden schätzen die große Auswahl und den bequemen Versand nach Hause. Grund genug, sich mit den Rahmenbedingungen für den internationalen Versand auseinanderzusetzen.

Der globale Markt für Lebensmittel ist etwa 468 Mrd. USD wert, der für Nahrungsergänzungsmittel rund 189 Mrd. USD – Tendenz steigend. In Deutschland sind es immerhin drei von vier Shoppern, die Nahrungsergänzungsmittel kaufen – etwa um Stress abzubauen, Nährstoffmangel auszugleichen oder die Leistungsfähigkeit zu erhöhen (Statista). Auch Lebensmittel online zu kaufen, ist deutlich bequemer als im Laden: Der Onlineshop ist 24 Stunden geöffnet, es gibt keine langen Schlangen an der Kasse und schwere Kisten müssen auch nicht geschleppt werden. Zudem ist die Auswahl deutlich größer.

Aus Sicht des Händlers ist es allerdings gar nicht so simpel, Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel mal eben an deine Kunden zu senden – Kühlkette, Importeinschränkungen und Kennzeichnungspflichten lassen grüßen. In diesem Asendia Insights Blogbeitrag erfährst du, worauf es beim internationalen Versand von Food und Supplements ankommt und welche Risiken bei Verzollung und Logistik lauern.

 

Haltbarkeit und Temperatur beim Versand

Gerade bei verderblichen Lebensmitteln ist es enorm wichtig, sie gut gekühlt bis zur Haustür des Kunden zu versenden. Um das umzusetzen, kannst du dich an verschiedenen Verordnungen und DIN-Normen orientieren, die sich mit der Einhaltung der Kühlkette beim Onlineversand beschäftigen.

Die DIN-Norm SPEC 91360 „Temperaturkonzept für den Versand von kühlpflichtiger und nicht-kühlpflichtiger Ware im Lebensmittel-Online-Handel“ sowie die Frische-Norm DIN 10543 „Lebensmittelhygiene – Lebensmittellieferungen an Endverbraucher (insbesondere Onlinehandel) – Hygieneanforderungen und notwendige Informationen“ beschreiben die Anforderungen für Verpackung, Transport und die Einhaltung von Kühlketten im Lebensmittel-E-Commerce. So muss Tiefkühlkost beispielsweise durchgehend bei -18° C gekühlt werden, Hackfleisch bei < 7 °C.

Darüber hinaus geben die EU-Hygieneverordnung (EG Nr. 852/2004) und die deutsche Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) vor, was du zum Thema Hygiene und Kühlkette beachten musst – wie etwa eine isolierende Transportverpackung, die Sicherstellung einer lückenlosen Kühlung sowie die Dokumentation der notwendigen Schritte, die du unternimmst, um das sogenannte HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) umzusetzen.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen für den Verkauf von Food & Supplements

Für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gelten mitunter besondere Vorschriften, Zollregelungen und nationale sowie internationale Gesetze, die du als Onlinehändler unbedingt befolgen solltest. Bei der Einfuhr von Food & Supplements kann darüber hinaus eine Verzollung notwendig sein – je nachdem, wohin du versendest. So gibt es für den Versand von Nahrungsergänzungsmitteln in die USA lediglich einige Empfehlungen, aber keine gesetzlichen Richtlinien zu beachten – es ist also rechtlich gesehen vergleichsweise unkompliziert, NEM in die USA zu verkaufen. Beim Import in die EU gelten dagegen weitaus strengere Vorschriften.

Achte auf die folgenden Pflichten, Regeln und Vorschriften:

Kennzeichnung & Pflichtinformationen
Laut Artikel 9 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) musst du deinen Kunden vor Abschluss des Kaufs bestimmte Informationen zu den Lebensmitteln, die du verkaufst, zugänglich machen. Darunter fallen etwa Zutaten, Angaben zu Allergien und Unverträglichkeiten, die Nettofüllmenge oder auch das Ursprungsland.

Für bestimmte Lebensmittel sind zudem weitere Angaben zu machen, etwa wenn sie „unter Schutzatmosphäre verpackt” sind oder Süßungsmittel enthalten. Auch diese Vorgaben kannst du der EU-Lebensmittelinformationsverordnung entnehmen.

Registrierungs- und Meldepflicht
Lebensmittelunternehmer und Onlinehändler, die Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, müssen sich gemäß EU-Verordnung Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene bei der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörde registrieren.

Rückverfolgbarkeit
Lebensmittel müssen chargengenau rückverfolgbar sein, falls eine Charge aus dem Verkehr gezogen werden müsste.

Preisangaben
Für Lebensmittel gilt: Du musst stets den Grundpreis (beispielsweise pro 100 g oder pro 1 kg) angeben.

Werbung und Werbeverbote
Grundsätzlich dürfen Nahrungsmittel nicht mit einer vorbeugenden, lindernden oder heilenden Wirkung beworben werden. Die Health-Claims-Verordnung (HCVO) der EU gibt vor, welche gesundheitsbezogenen Angaben für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind. Erfüllt ein Produkt die Bedingungen, müssen die Angaben allerdings auch dem Wortlaut der EU-Verordnung entsprechen. Die Zulassung von gesundheits- und nährwertbezogenen Aussagen für bestimmte Substanzen kann wiederum bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beantragt werden.

Widerrufsrecht bei Lebensmitteln
Im BGB ist verankert, welche Ausnahmen für das 14-tägige Widerrufsrecht gelten; schließlich lassen sich gerade schnell verderbliche Lebensmittel schlecht zurücknehmen. Allerdings musst du deine Kunden explizit über diese Ausnahmen aufklären.

Verzollung bzw. Einfuhr
Je nach Zielland musst du unterschiedliche Vorschriften und Gesetzte beachten; auch Zollsätze und -gebühren können verschieden sein. So gilt für den Import von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln in die Schweiz beispielsweise das Schweizer Lebensmittelrecht sowie bei NEM zusätzlich das Schweizer Heilmittelgesetz, falls die Mittel dort als Arznei klassifiziert werden. Du solltest dich also sehr genau über die Regelungen in den jeweiligen Ländern informieren, bevor du Produkte in Länder verkaufst, deren Einfuhr dort eingeschränkt oder verboten ist.

 

Das sind die typischen Risiken beim Cross-Border-Verkauf

Fehler vermeidest du am besten, indem du dich gut vorbereitest und genau weißt, was auf dich zukommen kann. Zu den typischen Risiken beim grenzüberschreitenden Handel gehören unter anderem:

  • Undurchdachte Logistik
  • Schlechte Retourenstrategie
  • Unzureichende Produktinformationen
  • Zu wenig Auswahl bei den Zahlungsmitteln
  • Mangelnde Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Kein Tracking
  • Mangelnde Kundenkommunikation

Im internationalen Versand lauern viele Fallstricke, die du als Onlinehändler auf dem Schirm haben solltest. Das fängt mit den Versandpräferenzen der Kunden an, die in einem Land ihre Pakete lieber bei der Post abholen, während sie im anderen Land eher die Zustellung bis an die Haustür erwarten, und geht über die fehlende Skalierbarkeit des Versand-Setups bis hin zur Fehleinschätzung der Versandkosten und Lieferzeiten für manche Zielgebiete. Ebenso ist es nicht einfach, zu viele Versanddienstleister parallel zu händeln; engagierst du für jedes Zielgebiet einen eigenen Dienstleister, entsteht schnell ein undurchsichtiges Dickicht an Konditionen und Besonderheiten, durch das du dich manövrieren musst. Ein falscher Partner kann zudem Verzögerungen und unnötige Kosten verursachen.

Retouren können wiederum Verkaufsargument, Loyaltyprogramm und Conversiontreiber zugleich sein, da nicht nur die reine Rückgabe zählt, sondern auch das Kundenerlebnis dahinter. Ein guter Rückgabeprozess gibt dir die Möglichkeit, dich positiv von der Konkurrenz abzusetzen. Allerdings braucht es gerade für den internationalen Versand eine klare Retourenstrategie, weil auch hier - wie überall - die Präferenzen der Kunden verschieden sind. Klar ist nur: Du musst es schaffen, Retouren auch international schnell und zuverlässig zu bearbeiten und deinen Shoppern den Rückgabeprozess so leicht wie möglich zu machen. Dabei helfen unter anderem detaillierte Informationen zu deinen Produkten: Je mehr deine Kunden über die bestellten Artikel wissen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie das falsche Produkt bestellen und es anschließend zurückschicken. Gerade bei Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln solltest du besonders genau sein, schließlich sind die Inhaltsstoffe hier entscheidend für den Kauf.

Beim Payment wiederum gilt: Kenne die Zahlungsvorlieben der Kunden vor Ort. Ob Kreditkarten, digitale Wallets, Überweisung, Lastschrift, Zahlung per Nachnahme oder auf Rechnung: Die Möglichkeiten, eine Online-Bestellung zu bezahlen, sind vielfältig. Allerdings ist nicht jede Zahlungsmethode überall verbreitet – hier sind die Unterschiede ähnlich groß wie die gesetzlichen Regelungen: Setze dich frühzeitig damit auseinander, welche Produkte im Zielland erlaubt, verboten oder zumindest beschränkt sind, wie es um Verbraucherrechte wie das Widerspruchsrecht bestellt ist und worauf Einfuhrabgaben und Zölle erhoben werden.

Zu guter Letzt solltest du der Kommunikation mit deinen Kunden besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Kunden möchten von dir auf dem Laufenden gehalten werden – gerade beim Versand von empfindlicher oder verderblicher Ware, die international länger unterwegs ist als bei der Zustellung im Inland. Hier ist es also wichtig, Status-Updates zu teilen und bei der Kommunikation stets transparent zu sein, um deine Kunden bei der Stange zu halten. Das gilt auch bei möglichen Fehlern und Pannen – wer offen und ehrlich kommuniziert, kommt bei den Kunden in der Regel besser an. Tust du das hingegen nicht, sind negative Bewertungen und unzufriedene Kunden die Folge.

 

So unterstützt dich Asendia beim Versand von Food und Supplements

Asendia ist dein Experte für internationale E-Commerce- und Versandlösungen in über 200 Destinationen rund um den Globus. Dank unserer weltweiten Vernetzungen und vielen lokalen Partnerschaften können wir dir und deinen Kunden maßgeschneiderte Logistiklösungen anbieten. Darüber hinaus hilft Asendia seinen Kunden mit smarter Technologie und agiler Logistikkompetenz in allen Bereichen des E-Commerce.

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