Aktuelle Entwicklungen auf dem E-Commerce Markt in Polen

07 September, 2022
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E-Commerce Zieldestination Polen

Immer mehr internationale E-Commerce Unternehmen betreten den polnischen Markt. Welche Möglichkeiten bieten sich für Ihr Unternehmen?

 

Passend zum Launch unserer polnischen Webseite asendia.pl, erfahren Sie in diesem Artikel mehr über den E-Commerce Markt in Polen und was es zu beachten gilt, wenn Sie dorthin expandieren möchten.

 

Die polnische Nachfrage nach Onlineangeboten

92,4 % aller polnischen Haushalte hatten im Jahr 2021 einen Internetzugang. 84 % der Internetnutzer tätigen regelmäßig Onlinekäufe.

Im Durchschnitt gibt der polnische Onlineshopper 80 € im Monat für Onlineartikel aus. Die meisten Onlinekäufe werden dabei durch die Gruppe der 29-49-Jährigen getätigt, vorwiegend von Einwohnern aus größeren Städten und Dörfern. Am beliebtesten ist das Produktsegment „Bekleidung und Schuhe“, gefolgt von „Kosmetika“, „Unterhaltungselektronik“, „Medien“ und „Möbel“.
Auffällig ist, dass die polnischen Nachfrager bevorzugt bei heimischen Unternehmen kaufen. Auch die Zahlmethode über den lokalen Service BLIK wird gegenüber international bekannten mobilen Zahlungsarten oder Überweisungen per Kreditkarte präferiert.

 

Die beliebtesten Onlineshops

Besonders seit Beginn der COVID19-Pandemie ist die Mehrheit der polnischen Unternehmen auch online zu finden. Insgesamt sind es 84 % der Firmen in Polen, die ihr Angebot online vertreiben. Allerdings erwirtschaften 80 % davon weniger als 10 % ihres Umsatzes mit dem Onlinegeschäft.

Die beliebteste Onlineshopping-Plattform in Polen ist Allegro.pl. Hierbei handelt es sich um eine polnische Internetauktionsplattform, die als Konkurrent zu Amazon oder ebay betrachtet werden kann. Im Jahr 2021 machte Allegro.pl mit 20,4 Mio. Nutzern einen Marktanteil von mehr als 30 % im E-Commerce Geschäft in Polen aus.

Den zweiten Platz belegte die Plattform AliExpress, eine Online-Einzelhandelsplattform der chinesischen Alibaba Group. Sie verzeichnete 2021 insgesamt 10,46 Mio. polnische Nutzer.

In den letzten Jahren bauten immer mehr international bekannte Unternehmen ihr Geschäft in Polen aus. So launchte auch Amazon seine polnische Plattform im März 2021, Amazon Prime ist seit Oktober 2021 in Polen verfügbar. Bei dem Anbieter Shopee aus Singapur können ebenfalls seit Ende 2021 Onlinekäufe über eine polnische Version der Webseite getätigt werden.

Dass der E-Commerce Markt in Polen die Spitze noch nicht erreicht hat, zeigt der vergleichbar geringe Anteil der Umsätze im E-Commerce am gesamten Einzelhandelsumsatz. Nachdem der Anteil der Umsätze im Onlinehandel 2020 bei 14 % lag, erfuhren die E-Commerce Umsätze mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen und der Wiederöffnung der Einzelhandelsgeschäfte im Jahr 2021 einen Einbruch und sanken auf etwa 9,5 %. Erst gegen Ende des Jahres nahm die Nachfrage nach Onlineartikeln wieder zu. Die International Trade Administration prognostiziert jedoch bis 2026 einen Anstieg des Umsatzanteils auf 20 %.

 

Das bewegt die polnischen Nachfrager zum Kauf bei ausländischen E-Commerce Unternehmen

Ein Großteil der polnischen Onlinekäufe wird bei lokalen Onlinehändlern sowie Niederlassungen ausländischer Unternehmen in Polen getätigt. Wenn Sie Ihr E-Commerce Geschäft auf Polen ausweiten möchten, bietet es sich also an, dort einen zusätzlichen Standort zu errichten.

Außerdem zeigen kleinere polnische E-Commerce Plattformen starkes Interesse, mit ausländischen Lieferanten zusammenzuarbeiten, insbesondere mit Unternehmen aus der EU. Hier bietet sich somit ebenfalls eine Möglichkeit, mit Ihrem Geschäft nach Polen zu expandieren.

Aber auch mit cross-border Versand bestehen gute Chancen für Ihr E-Commerce Unternehmen auf dem polnischen Markt. Immerhin macht der Kauf auf ausländischen Webseiten bereits 30 % der Onlinekäufe in Polen aus, Tendenz steigend. Gründe für die steigende Nachfrage bei ausländischen Online-Shops sind attraktivere Preise und eine größere Produktauswahl.

 

Polnische Onlineshopper reagieren stark auf Preise

Nach Angaben der International Trade Administration verwenden die meisten polnischen Internetnutzer Preisvergleichs-Webseiten und informieren sich zunächst auf unterschiedlichen Plattformen, bevor sie sich zum Kauf eines Produktes entscheiden. Der Preis ist den Nachfragern also besonders wichtig, wenn es ums Onlineshopping geht.

Das zeigt sich auch in der Priorisierung der Gründe für den Onlineeinkauf der Polen. Nach der „Verfügbarkeit rund um die Uhr“ (Platz 1 der am häufigsten genannten Gründe fürs Onlineshopping), wurden neben „mehr Auswahl“, „Bequemlichkeit“ und „Unkompliziertheit“ auch „günstigere Versandkosten“ sowie „attraktivere Preise als im stationären Handel“ als Argumente genannt.
Die beliebteste Zustellungsoption der polnischen Kunden, die Zustellung über Paketschließfächer, begründet sich ebenfalls darin, dass sie die günstigste Option sowie rund um die Uhr verfügbar ist. Eine weitere häufig gewählte Zustellungsart sind Kurierdienste.

Darüber hinaus gewinnt die Option „Jetzt kaufen, später zahlen“ zunehmend an Beliebtheit.

 

Was ist beim Onlinehandel in Polen zu beachten?

  • Wenn sich das Angebot auf der eigenen Webseite oder in Form von Werbung explizit an polnische Kunden richtet (z.B. durch polnische Sprachversion), sind die polnischen Verbraucherschutzvorschriften einzuhalten.
  • Im B2C Bereich müssen alle Dokumente und Informationen für den Geschäftsverkehr sowie Kundendienst in polnischer Sprache verfügbar sein (Gesetz über die polnische Sprache).
    Dies gilt nicht für den B2B Bereich. Hier dürfen Verkauf und Kommunikation beispielsweise auch in englischer Sprache stattfinden.
  • In Bezug auf die Produktauswahl sollten nicht nur Beschränkungen beachtet werden, die für alle Verkaufskanäle gelten. Sie sollten sich auch über die produktspezifischen Vorschriften informieren, die speziell für den Onlinehandel in Polen gelten, wie z.B. das Verkaufsverbot von Tabakwaren oder bestimmter Arzneimittel aus dem Ausland.
  • Polen ist kein Mitglied der europäischen Währungsunion. Beim Verkauf Ihrer Onlineangebote an polnische Kunden kommen Sie daher nicht um die Umrechnung von Euro in Zloty herum.

 

Quellen: Statista, International Trade Administration, cms.law

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