Dass der Schweizer E-Commerce floriert, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Eidgenossen sind fleißige Onlineshopper, gerade bei ausländischen Händlern, bei denen eine große Auswahl und günstige Preise winken. So haben Schweizer Shopper laut Schweizer Handelsverband im Jahr 2025 Waren im Wert von knapp 3 Mrd. Schweizer Franken bei ausländischen Onlinehändlern gekauft. Und auch der Umsatz im Schweizer Onlinehandel ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Grund genug, um als deutscher Onlinehändler über einen Markteintritt in die Schweiz nachzudenken und sich mit den Details des Crossborder-Ecommerce-Versands in unser Nachbarland auseinanderzusetzen.
In diesem Asendia Insights Blogbeitrag erfährst du alles, was du zum Markteintritt in die Schweiz wissen musst – von den Besonderheiten des Schweizer Marktes über Zölle und Steuern bis hin zu Versand und Retouren sowie den Erwartungen der Schweizer Shopper.
Zentrale Lage, kaufkräftige und digital affine Einwohner, teurer heimischer Markt: Die Schweiz bietet wunderbare Voraussetzungen für international agierende Onlinehändler – deutsche Onlinehändler stehen laut Statista mit einem Anteil von 40 % beim Schweizer Crossborder Shopping sogar auf Platz 1. Unter anderem die große Auswahl und bessere Preise als im Inland bewegen die Schweizer Shopper dazu, ihr Glück bei Händlern im Ausland zu versuchen.
Allerdings hat der Schweizer Markt auch einige Besonderheiten, die jeder Onlinehändler auf dem Schirm haben sollte, bevor er in die Schweiz verkauft. Dazu gehören beispielsweise:
Die Mehrsprachigkeit betrifft vor allem deine Marketingaktivitäten und Kundenkommunikation wie etwa Bestellbestätigungen – in der Schweiz werden vier verschiedene Sprachen gesprochen, und selbst Schwyzerdütsch hat seine Eigenheiten wie etwa das Fehlen des “ß”. Solltest du darüber nachdenken, einen eigenen Webshop nur für die Schweiz aufzusetzen, ist ein mehrsprachiger Onlineshop ein Muss. Darüber hinaus bietet es sich an, die Preise im Shop auf Wunsch deiner Schweizer Shopper in Schweizer Franken anzeigen zu lassen. Ähnliches gilt für die Bezahlmethode: Überlege dir, beliebte Paymentmethoden der Schweizer Kunden wie TWINT in deinen Shop zu integrieren, um es deinen Shoppern so leicht wie möglich zu machen, bei dir zu bestellen.
Außerdem müssen deine Pakete bei der Einfuhr in die Schweiz durch den Zoll. Und auch, wenn im Zuge des Schweizer Maßnahmenpaketes die Industriezölle aufgehoben und die Zollinfrastruktur deutlich verschlankt wurde, so bleibt dir der administrative Aufwand der Zollabwicklung beim Verkauf in die Schweiz - im Gegensatz zur EU - nicht erspart.
Die Verzollung deiner Pakete bei der Einfuhr in die Schweiz bleibt dir leider nicht erspart. Allerdings ist dieser administrative Schritt seit 2024 deutlich einfacher, weil die zuvor anfallenden Einfuhrzölle auf Industrieprodukte aufgehoben wurden. Für Pakete, die du als international agierender Onlinehändler an deine Schweizer Kunden schickst, entstehen nun keine Zölle mehr – es sei denn, es handelt sich nicht um Industrieprodukte wie beispielsweise Agrarerzeugnisse. Darüber hinaus hat das Land den gesamten Verzollungsprozess vereinfacht und unter anderem auch die Zolltarifinfrastruktur entschlackt. Dadurch sollen internationale Handelsbeziehungen erleichtert werden, wovon natürlich auch Onlinehändler wie du profitieren: Denn durch den Wegfall der Einfuhrzölle wird es für Schweizer Onlineshopper noch attraktiver, im Ausland einzukaufen.
Ebenfalls bei der Verzollung wichtig: Die eidgenössische Zollverwaltung erhebt eine Einfuhrsteuer auf alle Waren, die aus Drittländern (also nicht aus der Schweiz oder Liechtenstein) importiert werden. Steuerpflichtig wirst du als Onlinehändler, der in die Schweiz versendet, allerdings erst ab einem Jahresumsatz von 100.000 CHF mit von der Einfuhrumsatzsteuer befreiten Kleinwaren – das sind Sendungen, bei denen weniger als fünf CHF Mehrwertsteuer anfallen. Ist das der Fall, musst du dich in der Schweiz steuerlich registrieren, auf deinen Rechnungen für die Schweizer Kunden 8,1 % MwSt. angeben und diese natürlich auch in der Schweiz deklarieren. Fällst du allerdings unter diese Grenze, musst du keine Mehrwertsteuer angeben und kannst den Rechnungsbetrag netto ausweisen.
Schweizer gelten generell als zurückhaltend, höflich und zuverlässig und schätzen Qualität, Authentizität und eine klare, transparente Kommunikation, während die Schnäppchenjagd und marktschreierisches Gehabe eher nicht gut ankommen. Mit regelmäßigen Rabattaktionen lockst du die Schweizer Kunden also nicht zwangsläufig hinter dem Ofen hervor; eine gezielte, auf die Qualität deiner Produkte ausgerichtete Suchmaschinenkampagne könnte bei Schweizer Onlineshoppern aber durchaus zum Erfolg führen. Sowieso lag der Anteil von SEO-Marketing am Schweizer Marketingmix im Jahr 2024 bei 68 % (Statista). Zudem sind die Schweizer sehr stolz auf ihre Kultur und ihre Landschaft, was du bei der visuellen Gestaltung von Werbeelementen berücksichtigen solltest.
Beim Versand bevorzugen die meisten Schweizer Kunden eine Zustellung direkt an die Haustür (Spring). Ein möglichst schneller Versand (Same Day oder Next Day) spielt dagegen kaum eine Rolle, solange er kostenlos ist – Hauptsache, die Sendung wird vorangekündigt, lässt sich nachverfolgen und im Zweifel weiterleiten oder deponieren (E-Commerce-Stimmungsbarometer). Die Eidgenossen legen zudem besonderen Wert auf einfache Retourenprozesse und klare Retourenbedingungen. Eine schnelle Rückerstattung gehört laut E-Commerce-Stimmungsbarometer 2024 ebenfalls zu den drei wichtigsten Kriterien bei der Retourenabwicklung. Häufigster Grund für Retouren: Der Artikel entsprach nicht den Erwartungen. Achte also darauf, möglichst präzise Produktbeschreibungen zu formulieren und deine Produkte auch visuell zu präsentieren.
Dagegen gelten als Hauptgrund für Kaufabbrüche vor allem versteckte Kosten – also etwa Versand- oder Retourengebühren. Sei also stets transparent und kommuniziere etwaige Kosten frühzeitig. Immerhin 68 % der Schweizer Shopper werden es dir danken, da sie sich bereits vor dem Kauf über die Rückgabebedingungen informieren. Die Schweizer sind bei diesem Thema traditionell etwas vorsichtig, da sie es lange Zeit gewohnt waren, dass nicht jeder ausländische Onlinehändler die Gebühren für die Verzollung übernommen hat und bei der Zustellung des Pakets auf den ein oder anderen Schweizer Kunden dann eine unangenehme Überraschung in Form unerwarteter Zollgebühren wartete. Transparente Kostenkommunikation ist in der Schweiz daher enorm wichtig!
Als Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post bietet Asendia international agierenden Onlinehändlern maßgeschneiderte Logistiklösungen für die Schweiz an. Neben der Zustellung über einen vertrauten und anerkannten Versandpartner erhalten deine Schweizer Kunden dank 2.500 PUDO-Points und einer lokalen Retourenlösung mit 3.903 Drop-off-Points die maximale Flexibilität bei der Annahme und Rückgabe ihrer Pakete.
Wir navigieren dich außerdem problemlos durch den Schweizer Zolldschungel und sorgen für eine reibungslose Zollabwicklung für dich und deine Kunden. Lehne dich beruhigt zurück und konzentriere dich ganz auf dein Kernbusiness – Asendia kümmert sich für dich um alle Facetten des E-Commerce-Versands in die Schweiz. So wird der Markteintritt in die Schweiz für dich zum Kinderspiel!
Kontaktiere jetzt unsere Experten für die Schweiz!