Printmedien: Vorteile nutzen, neue Leser und Anzeigenkunden gewinnen

18 Juli, 2017

Print ist nicht tot. Angesichts rückläufiger Absatzzahlen an den Zeitungskiosken setzen clevere Verleger verstärkt auf die einzigartigen Vorteile von Printmedien: Diese werden geschickt platziert, um neue Leser zu erreichen und Anzeigenkunden anzusprechen.

Jeder Marketing-Experte wird Ihnen sagen, dass es im Marketing drei P gibt: Produkt, Preis und Platzierung. Die richtige Gestaltung des Produkts ist nur ein Teil des großen Ganzen, insbesondere bei Printmedien. Im Digitalzeitalter ist es vergleichsweise einfach, eindrucksvolle Zeitschriften, Zeitungen oder gebrandete Inhalte zu produzieren. Denn die weitaus größere Herausforderung besteht darin, herauszubekommen, wo die richtigen Leser zu finden sind und zu welchem Preis das Produkt verkauft werden soll.

Platzierung und Preis sind untrennbar miteinander verbunden. Zeitungskioske auf der ganzen Welt verzeichnen deutliche Absatzrückgänge. In Nordamerika ist der Zeitschriftenabsatz an Kiosken zwischen 2011 und 2016 um sage und schreibe 52,4 % zurückgegangen (Quelle: MagNet). In Großbritannien ist die Zahl der Leser von Verbraucherzeitschriften im letzten Jahr um 5,6 % geschrumpft, was in erster Linie auf Absatzeinbrüche im traditionellen Zeitungssektor zurückzuführen ist (laut ABC). Angesichts dieser Faktoren und der Fülle an kostenlosen Inhalten, die nur einen Mausklick entfernt im Internet zur Verfügung stehen, senken die Verleger die Abonnementpreise.

Man mag von eher ungünstigen Zeiten sprechen, aber das ist noch lange kein Grund für Verleger, zu verzweifeln, so Stefan Ramseier, Leiter Vertrieb und Logistik beim Vertriebsspezialisten Asendia Press EDS. Es gibt eine andere Möglichkeit: die Platzierung kostenloser Printmedien an ausgewählten Orten, um die Vorteile, die Printmedien bieten, voll auszuspielen und die Zielgruppe der Publikation (und der Anzeigenkunden) genau zu erreichen. Im folgenden Interview erklärt Stefan Ramseier, wie Verleger durch die geschickte Platzierung von Druckerzeugnissen neue Leser und Anzeigenkunden ansprechen können. Dabei antwortet er auf branchentypische Fragen.

Wo sind Ihre Leser?

Das ist eine grundsätzliche Frage. Als Pressespezialist sehen wir in erster Linie den Kioskvertrieb. Jeder weiß, dass dies momentan nicht der beste Markt für Absatzsteigerungen ist. Leserzahlen stagnieren oder sind rückläufig. Ob es die klassischen Verlage sind, die unbedingt neue Abonnenten oder Leser brauchen, oder ob es um Markenpublikationen geht, mit denen potenzielle Kunden erreicht werden sollen – die Herausforderung ist die gleiche: es müssen neue Berührungspunkte, also Touchpoints, her. Jeder infrage kommende Kanal muss genau unter die Lupe genommen werden.

Überlegen Sie, wer Ihre Leser sind und wo diese wahrscheinlich Zeit haben werden, in einer Publikation zu blättern. Auf der Grundlage dieses Profils können die Touchpoints identifiziert werden. So können sich beispielsweise Hotels, Restaurants, Autohäuser und Banken als der ideale Ort für Lifestyle-Magazine erweisen. Dies sind die klassischen Touchpoints. Hingegen empfehlen sich für hochwertige Markenpublikationen eher Flughafenlounges. Wir verteilen beispielsweise Broschüren eines Herstellers von Luxusuhren an solchen Orten.

Hier sind sorgfältige Überlegungen erforderlich. Es ergibt beispielsweise wenig Sinn, eine Fachzeitschrift über Bergsport in Luxushotels auszulegen. 3- bis 5-Sterne-Hotels und Campingplätze in Bergregionen bieten sich hier an. Durch die Auswahl des richtigen Orts schaffen Sie die Voraussetzung, von Ihren Lesern und potenziellen Kunden intensiver wahrgenommen zu werden.

Überlassen Sie das Marketing Ihrer Zeitschrift!

Vor dem Hintergrund rückläufiger Absätze an Kiosken müssen Zeitschriftenverleger erst recht dafür Sorge tragen, dass ihre Produkte in die Hände der Leser gelangen. Dies ist besonders wichtig, wenn es um hochwertige Magazine und Markenpublikationen geht: Es ist ebenso wichtig das Produkt zu fühlen, wie es zu lesen. Wir rufen natürlich nicht dazu auf, klassische Werbemaßnahmen wie Telefonmarketing, Direktmarketing und Aktionen zur Verkaufsförderung zu vernachlässigen. Aber was spricht dagegen, das Produkt selbst als Werkzeug im Marketing zu nutzen? Die beste Werbung für Ihre Zeitschrift ist Ihre Zeitschrift!

Wie sieht es mit der Kosten-Nutzen-Abwägung bei Printmedien aus?

Sie erzielen eindeutige Kosteneinsparungen, wenn Sie Ihre Zeitschrift oder Markenpublikation als weiteres Marketingwerkzeug einsetzen. Dadurch vermeiden Sie zusätzliche Fixkosten, die mit dem Druck von begleitendem Marketingmaterial einhergehen würden. Nehmen wir an, Sie haben eine normale Auflage mit 10.000 Exemplaren gedruckt. Da macht es nicht viel aus, wenn Sie einfach 1.000 Exemplare mehr drucken. Der Investitionsaufwand hält sich in Grenzen, weil Sie die Fixkosten der Auflage bereits bezahlt haben.

Natürlich müssen Verleger genau berechnen, welche Stückzahl sie benötigen und wo die Exemplare ausgelegt werden sollen. Auch der an den Touchpoints vorhandene Platz für das Produkt und die Abholung alter Ausgaben müssen bedacht werden. Dies alles wirkt sich auf den Preis aus. Wenn Sie Ihr Produkt innerhalb Europas verteilen, werden die Kosten moderat ausfallen. Je größer das Verbreitungsgebiet, desto höher werden freilich die Kosten. Sie müssen die Kosten und den potenziellen Nutzen gegeneinander abwägen.

Für Unternehmen, die gebrandetes Material platzieren, liegt der Nutzen auf der Hand: eine stärkere Wahrnehmung bei potenziellen Kunden. Durch diese Lösung ergeben sich für klassische Verlagshäuser höhere Produktionsmengen, die es ihnen wiederum ermöglichen, bessere Preise mit ihren Anzeigenkunden auszuhandeln. Sie sind an dieser Lösung interessiert, weil sie dadurch belegen können, dass sie die richtigen Leser für ihre Anzeigenkunden erreichen – indem sie ihr Produkt exakt dort platzieren, wo diese Leser sind.

Folglich sprechen sie neue Leser und Anzeigenkunden an. Eine optimale Sache, nicht wahr? Wenn Sie mehr erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die Übersicht über unsere Leistungen in der internationalen Pressedistribution.

Stefan Ramseier

Leiter Vertrieb und Logistik, Asendia Press EDS

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