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E-Commerce » Trends, Tipps & Fakten | 18.03.2013

Das Potenzial im internationalen Versandshandel ist gross

 

Der internationale Versandhandel bietet grosse Chancen... Asendia im Interview mit Susanne Czech, Chief Executive des europäischen E-Commerce- und Versandhandelsverbands EMOTA.

Asendia: Frau Czech, wer profitiert vom internationalen Versandhandel?
Susanne Czech: Händler, die ihren Markt ausweiten möchten und Kunden, die ein grösseres Warenangebot suchen. Der Versandhandel über die Grenze ist allerdings nur profitabel, wenn sich die Produkte problemlos transportieren lassen, keine komplizierten Sonderregelungen für den Vertrieb gelten und der Zeitfaktor keine grosse Rolle spielt.

Welche Chancen bietet der internationale Versandhandel?
Das internationale Geschäft steckt noch in den Kinderschuhen. Gemäss Eurostat data kaufen 43 Prozent der Europäer online ein. Im grenzüberschreitenden E-Commerce liegt der europäische Schnitt erst bei rund 10 Prozent. Das Potenzial ist also gross. Die Europäische Kommission verfolgt das Ziel, dass 2015 bereits 20 Prozent der Verbraucher in einem anderen EU-Land online einkaufen. Das sehen wir aber zurzeit als kaum machbar, denn dazu müssten innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Reihe von Hürden abgebaut werden, die das cross-border Geschäft für Händler noch immer erschweren.

 

„Die Europäische Kommission verfolgt das Ziel, dass 2015 bereits 20 Prozent der Verbraucher in einem anderen EU-Land online einkaufen.“

 

Welches sind die grössten Hürden?
Wichtige Themen sind nicht harmonisierte Verbraucherrechte, Datenschutzbestimmungen und Mehrwertsteuerregelungen sowie unterschiedliche Lieferkonditionen und Zahlungsmethoden. Händler können diesen Barrieren zurzeit nur mit Investition in die Beschaffung der erforderlichen Kenntnisse begegnen. KMU, die den Grossteil der europäischen Unternehmen bilden, sind dabei gegenüber grossen Unternehmen im Nachteil. Zentral sind auch das Betrugsrisiko, das Forderungsmanagement, die Beschwerdebearbeitung, die Sprachenvielfalt und die Organisation des Aftersale-Service. Auch dies erfordert zusätzliche Investitionen.

Wie kann eine Vereinheitlichung der rechtlichen Aspekte erreicht werden?
Die Harmonisierung und gleichzeitig Vereinfachung liegt in den Händen des europäischen Gesetzgebers und der EU-Mitgliedstaaten, die die EU-Vorgaben umzusetzen haben. Ein aktuelles Beispiel ist die neue Richtlinie über die Rechte der Verbraucher im Binnenmarkt, die eine europaweite Vereinheitlichung bringen soll. Betroffen sind etwa die Widerrufsfrist, die künftig 14 Kalendertage betragen wird, oder die vorvertraglichen Informationspflichten.

Wie hat sich der Versandhandel in den letzten Jahren entwickelt?
Trotz - aus Sicht des europäischen Binnenmarkts - ungelöster Probleme sehr positiv. Mit einem Wachstum von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt der Umsatz des Jahres 2012 bei rund 300 Milliarden Euros. Damit hat Europa die USA überholt. In den osteuropäischen Ländern, wo der elektronische Geschäftsverkehr noch nicht so stark entwickelt ist, ist die Wachstumsrate gar noch höher. Zudem zeichnet sich ein Trend zum "Multichannel" ab. Das heisst, der Vertrieb und die Kommunikation erfolgt immer häufiger über mehrere Kanäle.

About EMOTA

EMOTA (European Multi-channel and Online Trade Association) ist der in Brüssel angesiedelte europäische E-Commerce- und Versandhandelsverband. Mit seinen derzeit 16 Mitgliedsverbänden in 15 Ländern vertritt EMOTA die Interessen über 3000 europäischen Versandhändlern und Onlineshops.

Mehr auf www.emota.eu

 

 

 

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Der internationale Versandhandel bietet grosse Chancen. Interview mit Susanne Czech.