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Direct Marketing » Trends, Länder Fokus | 07.07.2014

Was bedeutet das kanadische Anti-Spam-Gesetz für Sie?

 

Das kanadische Anti-Spam-Gesetz (CASL) zählt zu den strengsten der Welt. Obwohl das Gesetz eine großzügige Übergangsfrist vorsieht, müssen alle Versender von E-Mail-Marketingkampagnen ab dem 1. Juli nachweisen, dass ihre Kunden dem Empfang elektronischer Werbenachrichten aktiv zugestimmt haben. Andernfalls droht ein Bußgeld von bis zu 10 Millionen US-Dollar. Aber was bedeutet das für im Ausland ansässige Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen in Kanada vertreiben möchten?

Das Wichtigste vorweg: Internationale Firmen, die in Kanada Geschäfte tätigen, sind eindeutig von der neuen Gesetzgebung betroffen. „Bei Organisationen, die keine Niederlassung in Kanada betreiben, kann sich die Durchsetzung in der Praxis als schwierig erweisen“, erklärt Adam Kardash, Partner und stellvertretender Datenschutzbeauftragter der Anwaltssozietät Osler. Dennoch warnt er Unternehmen davor, das Risiko negativer Schlagzeilen in Kauf zu nehmen, das in diesem Fall sehr hoch sei.

Auch letzte Zweifel, dass kanadische Verbraucher das neue Gesetz sehr ernst nehmen, wurden durch die jüngsten Ereignisse beseitigt. Eine Woche vor dem Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung waren bereits mehr als 1.000 Beschwerden bei der kanadischen Aufsichtsbehörde für Rundfunk und Telekommunikation (CRTC) eingetroffen.

Wally Hill, Senior Vice President für Regierungs- und Verbraucherangelegenheiten beim Kanadischen Marketingverband (CMA) rechnet überdies mit einem „gewissen Maß an Zusammenarbeit zwischen den Regulierungsbehörden“, wie es in der Vergangenheit beim Telefonmarketing der Fall war.

„Es geht nicht anders“, erklärt er. „Um Spam-Aktivitäten wirklich in den Griff zu bekommen, ist eine internationale Zusammenarbeit vonnöten. Nur so kann langfristig gegen die Drahtzieher vorgegangen werden.“

 

Was müssen Sie tun?

B2B-Akteure bleiben von der neuen Regelung weitgehend verschont. Auch Unternehmen, deren Marketingaktivitäten bereits ein hohes Maß an Zustimmung durch den Verbraucher vorsehen, müssten nur geringe Anpassungen vornehmen, erklärt Hill. So dürfen Auswahlkästchen nicht vorausgefüllt und die gewünschten Angaben nur in bestimmter Form erfasst werden.

Kardash rät: „Erstellen Sie zunächst eine Liste aller Nachrichtenarten, die Sie versenden. Ermitteln Sie anschließend alle Nachrichten mit kommerziellem Inhalt, um das Risiko besser einschätzen zu können.“ Anschließend gehe es darum, eine Umsetzungsstrategie zu entwickeln, mit der Sie im Fall eines fehlgeleiteten Nachrichtenversands nachweisen können, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind.

Auch sei darauf hingewiesen, dass in bestimmten Fällen die Einwilligung des Verbrauchers vorausgesetzt werden kann (sog. konkludente Einwilligung). Dies gilt unter anderem für bestehende Geschäftsbeziehungen. Hierfür muss mindestens eine Transaktion in den letzten zwei Jahren oder eine Kundenanfrage innerhalb der letzten sechs Monate erfolgt sein. Diese zeitlichen Beschränkungen setzen jedoch eine effektive Listenverwaltung in den Unternehmen voraus, um das Erlöschen und den aktiven Entzug solcher Genehmigungen zu berücksichtigen. Kardash befürchtet, dass einigen Unternehmen schlicht die notwendige technologische Infrastruktur fehlen wird, um die neuen Anforderungen zu erfüllen.

 

Eine Hürde für die Kundenwerbung

Laut Hill ist die Adressenvermietung am stärksten von den neuen Vorschriften betroffen. „Für die Kundenwerbung gelten strenge Regeln: Sie dürfen Kontaktdaten nur mit ausdrücklicher Genehmigung an unbekannte Dritte weitergeben. Auch Abmeldungen müssen nach einem wasserdichten Verfahren verwaltet werden – sowohl was Ihre eigene Liste als auch die Ursprungsliste betrifft.“

Dies kann sich besonders für kleine Unternehmen oder neue Marktteilnehmer als problematisch erweisen, die an den Adressen von Verbrauchern interessiert sind, die diese Firmen gar nicht kennen. „Es wird weiterhin möglich sein, Adressen zu mieten, aber die Listen werden kürzer sein“, so Hill.

Sie werden jedoch auch besser aufbereitet und hochwertiger sein. Und letztlich sendet das Gesetz eine wichtige Botschaft an alle Werbetreibenden in Bezug auf die Verbraucher, die sie erreichen möchten. „Alles weist darauf hin, dass Verbraucher in der Regel bereitwillig mit ausgewählten Organisationen kommunizieren, die sie kennen, aber sich bessere Wahl- und Kontrollmöglichkeiten im Hinblick auf Unternehmen wünschen, die Ihnen unbekannt sind“, erklärt Hill.

Kardashs abschließender Rat an alle, die Produkte in Kanada vertreiben oder vertreiben möchten: „Nehmen Sie diesen Wunsch ernst.“

 

Weitere Informationen finden Sie auf:

http://fightspam.gc.ca/
http://www.crtc.gc.ca/eng/casl-lcap.htm