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E-Commerce » Trends, Tipps & Fakten | 04.06.2013

Alles was Recht ist im internationalen Onlinehandel

 

Richtlinien im internationalen Onlinehandel. Asendia im Gespräch mit Patrick Kessler, Präsident Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV). 

„Rechtliche Rahmenbedingungen spielen im internationalen Onlinehandel eine immer grössere Rolle“, sagt Patrick Kessler. Und es gibt zahlreiche Regeln zu berücksichtigen. Die wichtigsten sind:

  • Konsumentenrechte (Consumer Rights Directive) und Gewährleistungspflicht
  • Welche Rechte stehen dem Kunden zu?
  • Datenschutz
    Was passiert mit Kundendaten, was ist erlaubt?
  • Wettbewerbsrecht
    Was ist in der Werbung erlaubt, was ist unlauter?
  • Urheberrechte
    Welche Produkte darf ich verkaufen, welche Produktbilder verwenden?

Entscheidend ist zudem, ob man im Privatkunden- oder im Geschäftskundenbereich tätig ist. „Im B2C Onlinehandel gilt beispielsweise das Recht am Wohnort/-land des bestellenden Konsumenten“, erklärt Kessler. „Im B2B-Handel kann dies vertraglich anders geregelt werden.“

    „In den Richtlinien des internationalen Onlinehandels gibt es einen grossen Unterschied zwischen B2C und B2B Händlern.“


Unterschiedliche Richtlinien

Ein weiteres Problem sei, dass die EU-Richtlinien (Consumer Rights Directive etc.) bislang zu keiner Vereinheitlichung der Gesetze geführt haben. „Im Idealfall wäre die Mindestregulierung der EU gleich dem Gesetz in den Ländern“, sagt der Experte. „Da die einzelnen Länder jedoch noch immer strengere Gesetze als in der Richtlinie erlassen können, werden die Mindestregulierungen häufig ergänzt, was dann dazu führt, dass international aufgestellte Online-Händler nach wie vor 27 verschiedene Gesetze in der EU befolgen müssen.“ So kennt Deutschland beispielsweise strenge Richtlinien betreffend der Kosten von Retouren: Online Händler müssen hier die Kosten für die Retoure bei einem Warenwerten über 40 Euro bis nächstes Jahr noch selber tragen. In Spanien gelten hingegen besonders harte Datenschutzgesetze. „Bei Übertretungen werden sehr hohe Bussen verhängt.“

Mehr Bevormundung als Schutz

Sicher gebe es sinnvolle Richtlinien. „Andere wie das Button-Gesetz sind mehr Bevormundung als Schutz des Konsumenten“, sagt Kessler und er ergänzt. „Das Gesetz wurde eigentlich umgesetzt um Abofallen zu eliminieren. Nun gilt es ebenfalls für den normalen Onlinehandel.“ Das sei völlig unsinnig: Im stationären Geschäft frage die Verkäuferin ja auch nicht nach, ob man die Ware wirklich kaufen wolle. „Solche Bestimmungen machen das Leben von Händlern und Konsumenten komplizierter, verhindern aber keinen Missbrauch, denn die Betrüger im Netz kümmern sich nicht um Gesetze.“

Kulanz als probates Mittel

Aus all diesen Gründen haben viele Unternehmen genug und wählen ein anderes probates Mittel: Kulanz. „Mit pragmatischer Kulanz dem Kunden gegenüber fährt man im normalen Warenverkehr je nach Produktangebot einfacher und günstiger.“ Das heisse nicht, dass man Gesetze nicht beachten soll, aber es sei insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen zum Teil nicht mehr möglich alle Veränderungen immer paragraphengetreu nachzuvollziehen. „Das vergessen die Politiker und Gesetzgeber leider immer wieder.“

Wer hilft weiter?

Nationale Verbände sind eine gute Anlaufstelle. Dort sitzt im Normalfall gebündelte Kompetenz zum Onlinehandel. Eine Zertifizierung mit Gütesiegel von Trusted Shops ist ebenfalls empfehlenswert. Dies hilft in der Regel auch Kundenvertrauen zu gewinnen und gibt Rechtssicherheit. In komplizierten Fällen wendet man sich am besten an einen Anwalt.

     

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Richtlinien im internationalen Onlinehandel, welche grossen Einfluss haben.

Über Patrick Kessler

Patrick Kessler ist seit fünf Jahren Präsident des VSV – Verband des Schweizerischen Versandhandels. 
www.vsv-versandhandel.ch