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Asian e-commerce is growing
E-Commerce » Trends, Länder Fokus | 01.04.2015

Asiens Potenzial: Schnellstes Wachstum im E-Commerce

 

Die Region Asien-Pazifik hat Europa 2013 als weltgrößte E-Commerce-Region entthront – und einen Gesamtumsatz von 535 Milliarden Euro erzielt. Nach Schätzungen von Ecommerce Europe wird der Umsatz 2014 allein für China 500 Milliarden Euro betragen.

In seiner jüngsten Top-500-Liste der größten E-Commerce-Einzelhändler in China verweist der Branchendienst Internet Retailer auf die Wachstumsraten im Land der Mitte: Sie sind dreimal so hoch wie in den USA und Europa. Der Online-Umsatz in China hat bereits jetzt weltweit den größten Anteil am Gesamtumsatz des Einzelhandels, nämlich fast 11 Prozent. China liegt ebenfalls an der Weltspitze mit dem Anteil der Umsätze, die über Mobilgeräte getätigt werden (33 Prozent).

Und die chinesischen Onlinehändler rollen den Markt nicht nur im eigenen Land auf. Der Rekord-Börsengang des E-Commerce-Riesen Alibaba in den USA diente zum Teil auch der Finanzierung seiner weltweiten Expansion. Laut dem Bericht „Modern Spice Routes” („Moderne Gewürzstraßen“) von PayPal ist China unter US-amerikanischen Verbrauchern das zweitbeliebteste Einkaufsland (nach Großbritannien) und liegt auch für die britischen und brasilianischen Verbraucher an zweiter Stelle (nach den USA). Es gehört zu den fünf beliebtesten Ländern bei den Verbrauchern in Österreich und Deutschland. Fast 70 Prozent der grenzüberschreitenden Bestellungen in Russland in 2014 stammten, laut East-West Digital News, aus China. Das entspricht einem Anstieg von 30 Prozent.

Umgekehrt suchen immer mehr chinesische Onlinehändler Wachstumschancen auch im Ausland. Logistikunternehmen erleichtern ihnen dort den Marktzugang. Beispielsweise gibt es laut Leason Chan, Business Development Manager bei Asendia Hongkong, mittlerweile mehr Möglichkeiten, die populären Elektronikartikel zu exportieren, auch wenn beim Postversand von Batterien Einschränkungen gelten.

China als Chance

Händlern in anderen Teilen der Welt mag der Vormarsch des chinesischen E-Commerce als Bedrohung erscheinen. Andererseits bietet der chinesische Markt denen, die selbst im Ausland expandieren wollen, enorme Chancen.
Mehr als 600 Millionen chinesische Verbraucher sind online. Über 300 Millionen von ihnen nutzen das Online-Shopping und ein Drittel davon kauft auch jenseits der Grenzen ein, so die aktuellen Zahlen von Nielsen.

Leason Chan nennt als beliebteste Warenkategorien Nahrungsergänzungsmittel, Parfums, Kosmetik und andere Luxusartikel. Er betont aber auch, wie viel Wert chinesische Kunden auf Vertrauenswürdigkeit und Qualität legen, gerade jetzt, wo Produktfälschungen massenhaft auftreten und das Land in den letzten Jahren von Lebensmittelskandalen erschüttert wurde. Bekannte Markennamen treffen daher im chinesischen Markt auf ein aufgeschlossenes Publikum.
Unter den Top 500 von Internet Retailer für China 2015 befinden sich 90 ausländische Onlinehändler, die 9 Prozent des Online-Umsatzes unter sich aufteilen. Ganz vorne liegen dabei die US-Händler, u. a. mit Amazon als Primus und dem Bekleidungsanbieter Gap, der gerade das fünftstärkste Wachstum aller Top-500-Firmen der letzten zwölf Monate vermeldet hat.

„Mehr als 600 Millionen chinesische Verbraucher sind online. Über 300 Millionen von ihnen nutzen Online-Shopping und ein Drittel davon kauft auch jenseits der Grenzen ein – so die aktuellen Zahlen von Nielsen.“

Was in China zu beachten gilt

Die Erfolgschancen in China steigen, so Chan, wenn man die chinesischen Verbraucher in ihrer eigenen Sprache (Mandarin) anspricht und mit der eigenen Währung (Renminbi) bezahlen lässt. Beides kann eine Herausforderung sein. Allerdings hat Alibaba vor Kurzem sein Produkt Alipay – das chinesische Gegenstück zu PayPal – ausländischen Händlern zugänglich gemacht. Damit können diese den Verbrauchern in China eine bereits vertraute Zahlungsoption anbieten.
Daneben verstärkt die chinesische Regierung ihre Anstrengungen zur Förderung des E-Commerce und zum Abbau logistischer Barrieren, etwa beim Zoll.

„Trotzdem muss man beim Warenversand nach China die Regeln und Vorschriften kennen“, betont Chan. „Hier behaupten viele Leute, sie könnten den Import organisieren. In Wahrheit aber schmuggeln sie die Ware ein.“

Hongkong als Drehscheibe

Manche Händler nehmen allerdings lieber den Weg über Hongkong, berichtet Chan. Der Markt dort ist vergleichsweise winzig, aber er ist international. Dadurch fallen automatisch einige Sprachbarrieren.
Die Verbraucher in Hongkong besitzen ähnliche Vorlieben wie die in Festlandchina – vor allem Luxusartikel, Parfums und Kosmetik – jedoch ist das steuerliche Umfeld der Stadt besonders wirtschaftsfreundlich.

Die Marktdurchdringung mit Smartphones ist hier mit 63 Prozent eine der höchsten der Welt. Nielsen hebt hervor, dass in Hongkong vier von fünf Einwohnern Produkte online recherchieren und dass mindestens zwei Drittel „Bequemlichkeit" als Hauptgrund dafür nennen um Körperpflegeartikel, Gesundheits- und Schönheitsprodukte, Lebensmittel und Babyprodukte online zu kaufen.

Obwohl der E-Commerce in Hongkong aufgrund der geringen Marktgröße zunächst nur langsam Fahrt aufnahm, wächst er jetzt mit ca. 17 Prozent jährlich auf ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro. Und da die Zahl der lokalen Einzelhändler, die ihr Multichannel-Angebot ausbauen, steigt, werden bald auch mehr internationale Erfolgsstorys zu berichten sein.

Region mit Potenzial

China und Hongkong bilden freilich nur einen Teil der Wachstumslandschaft im gesamten asiatisch-pazifischen Raum. Neben Japan und Südkorea als bereits großen und reifen E-Commerce-Märkten haben die Marktforscher von yStats auch Indonesien, Indien, Thailand und Malaysia als „aufsteigende Sterne“ ausgemacht.

In allen diesen Märkten macht die Infrastruktur rasche Fortschritte. Indien beispielsweise erlebt bereits Wachstumsraten von über 50 Prozent und die indische Regierung erwägt die Lockerung von Beschränkungen für ausländische Investoren, was die vorhandene Dynamik noch weiter verstärken würde.
Dass sich der E-Commerce-Umsatz 2013 in Indonesien verdoppelt hat, zeigt nach Ansicht von Ecommerce Europe, wie vielversprechend die Aussichten in der Region für wachstumsorientierte Händler sind.


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Über Leason Chan

Leason Chan ist Business Development Manager bei Asendia Hongkong und spezialisiert auf das Thema E-Commerce in asiatischen Märkten.